Nachhaltig feiern – gewusst wie

Wer seinen Familienalltag so nachhaltig wie möglich gestalten möchte, stößt vor allem bei den vielen über das Jahr verteilten Festen an seine Grenzen: Wie schafft man es, Kinderaugen zum Glänzen, Herzen zum Aufgehen und Freunde zum Staunen zu bringen und dabei nachhaltig, müllarm und stressfrei zu feiern? Der folgende Beitrag fasst einige praxiserprobte Beispiele zusammen, wie man Festtage entschleunigen und nachhaltig(er) gestalten kann. Zudem kann man sich immer zu den ausgewiesenen Terminen beim Nachhaltigkeitsstammtisch der Klimaschutzinitiative 29++ um 20 Uhr im Kastanienhof Tipps und Tricks abholen. Jeder, der sich für ein nachhaltigeres Leben interessiert, ist zu allen Treffen in diesem Jahr herzlichst willkommen!

Feste feiern ohne Verzicht

Nachhaltig leben wird oft mit Verzicht gleichgesetzt. Überspitzt zusammengefasst: Kein Müll, kein Konsum, kein Fleisch. Aber Familienfeiern, Geburtstagsfeste, Feiertage aller Art sind ohne Geschenke, ohne Dekoration, ohne besondere Mahlzeiten, ohne Freude kaum vorstellbar. Dies entspricht sicher nicht der Idee eines nachhaltigen Lebens und ist auch nicht sonderlich reizvoll. Sich selber frei von eigenen und übernommenen Erwartungen zu machen, kann ein erster Schritt zu einem nachhaltigeren, achtsameren Leben sein. Der Grundsatz „Alles kann, nichts muss“ gilt aber auch hier: Sich gemeinsam Zeit zu nehmen, bewusst zu entschleunigen – das schafft Erinnerungen und das Gefühl von Geborgenheit und Ruhe in einer oft doch sehr hektischen Zeit. Traditionen und Bräuche können jedes Jahr wieder für die eigene Familie hinterfragt und neu verhandelt werden.

Bei all den nachhaltigen Möglichkeiten muss jeder für sich abwägen, was umsetzbar ist. Sicher ist, jeder sollte seinen Beitrag zum Klimaschutz leisten und in seinem Alltag anfangen umzudenken. Alle Feste und Feiern vollumfänglich nachhaltig zu gestalten ist auch für Profis nicht im Handumdrehen umsetzbar. In vielen kleinen Schritten können wir uns aber alle gemeinsam auf den Weg machen. Ein gemeinsamer, zukunftsweisender, nachhaltiger Weg zu wunderschönen Familienfeiern und Geburtstagsfesten. 

Nachhaltig dekorieren

Nichts zu müssen kann wunderbar befreiend sein. Das gilt auch für die Innen- und Außendekoration: Es muss nicht jedes Jahr neue Dekoration gekauft werden. Viele Elemente lassen sich sehr gut wiederverwenden, wie z.B. Lampions, Girlanden oder schöne (selbstgenähte) Wimpel-ketten. Tauschen Sie sich doch auch mal einfach mit Freunden und Nachbarn aus, manches lässt sich nämlich auch wunderbar aus-tauschen und verleihen. Selbstverständlich lassen sich neue Dekoartikel auch wunderbar aus vorhandenen Dingen basteln, Upcycling-Ideen bereichern jedes Deko-Konzept und die Ayinger Bücherei hat zu diesem Thema zahlreiche Titel im Bestand.

Schenken und beschenkt werden

Frei machen kann man sich auch bei der Frage ‚Was schenken?‘. Bevor man einen Geschenkemarathon startet, sollte man sich fragen: Womit möchte ich jemandem wirklich eine Freude machen? Alternativen zu Verlegenheitsgeschenken sind zum Beispiel ehrliche, persönliche Geburtstagsgrüße zu verschicken, gemeinsame Zeit zu schenken oder vielleicht auch nur ein Anruf, eine Umarmung, eine Geste voll Liebe und Freundschaft. Geschenke kaufen kann sehr anstrengend sein. Hilfreich ist dabei, konkret bei den zu Beschenkenden nach-zufragen, was denn genau gewünscht wird, aber auch die eigenen Wünsche möglichst konkret zu formulieren. Beim Kauf sollte dann möglichst der lokale Handel unterstützt und auf unnötige Online-Bestellungen verzichtet werden. Wenn es denn ein Online-Kauf wird, dann empfehlen sich Sammelbestellungen und die Vermeidung von Rücksendungen, um das Klima und den Paketzusteller zu schonen. Auch der Kauf von Geschenken im Ayinger Mini-Kaufhaus Allerlei oder einem anderen Second-Hand-Laden, auf dem Helfendorfer Kindersachenbazar oder einem anderen Flohmarkt oder über Kleinanzeigen, sollte kein Tabu sein! Tatsächlich gibt es auch dort häufig originalverpackte Neuware.

Hat man ein passendes Geschenk gefunden, muss nur noch alles hübsch verpackt werden. Geschenke verpacken dauert lang, die Verpackung wird dann nur allzu schnell wieder aufgerissen und zu einem hohen Berg an Müll aufgetürmt. Erste Devise ist hier das Aufbrauchen der angesammelten Geschenkpapiermengen der vergangenen Jahre und die Überlegung, welche Geschenke überhaupt eine eigene Verpackung benötigen und bei welchen eine schöne Schleife genügt. Nachhaltiges Geschenkpapier, schöne Stoffe, alte Schaltücher oder wiederverwendbare Geschenkbeutel, aber auch recyceltes Pack- oder selbstbemaltes Zeitungspapier eignen sich zudem hervorragend für Geschenke aller Art. Weniger ist mehr, etwas mehrfach verwenden und zum Umdenken anzuregen, ist ein spannender Prozess und zweifach nachhaltig. Beschichtetes Geschenkpapier, insbesondere mit Glitzerelementen gehört übrigens nicht in die Papiertonne, sondern in den Restmüll.

Nachhaltig schlemmen

Auch beim Festessen gibt es zahlreiche Möglichkeiten, mehr Nachhaltigkeit auf den Tisch zu bringen. Regionale, saisonale und möglichst biologisch erzeugte Lebensmittel bedeuten nicht weniger, sondern mehr Genuss, vor allem ohne schlechtes Gewissen. Eine durchdachte Vorbereitung erspart Stress, Müll und Reste: Wer weiß, was genau er kochen oder backen möchte und für wie viele Personen, erleichtert sich nicht nur den plastikarmen Einkauf, sondern kann zeitnah auch auf regionale und saisonale Alternativen achten. Wer es besonders nachhaltig angehen möchte, verwendet pflanzenorientierte Rezepte und probiert Kuchen und Gebäck auch mal ohne tierische Zutaten aus.

Weitere Informationen und eine genaue Terminübersicht des Arbeitskreis Konsums finden Sie direkt per QR-Code oder unter https://29plusplus-aying.de/events/
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